Partnerzy medialni

 
Kto jest on-line?
Odwiedza nas 20 gości
 
Prasę monitoruje
 
 
Polen braucht Fundraising

  Fundraising ist für die meisten Polen noch ein Fremdwort. Trotzdem das zivilgesellschaftliche Engagement. Beleg dafür sind viele Projekentwickelt sich seit einigen Jahren auch dort der Spendenmarkt und te und der Drang nach einer Professionalisierung im Fundraising.

  ImageDie Entwicklung des dritten Sektors begann in Polen erst nach 1989, zu einem Zeitpunkt, als dieser in vielen Ländern Europas bereits eine herausragende Stellung einnahm. In der Verfassung von 1997 hat Polen das Subsidiaritätsprinzip des Staates bekräftigt – und so eine Annäherung an das deutsche Modell nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis vollzogen. Die Priorität bei der Erbringung von sozialen Dienstleistungen liegt seitdem auch in Polen bei den Non-Profit-Organisationen (NPOs). Natürlich gab es schon vor 1989 zahlreiche Initiativen – allen voran die Gewerkschaft Solidarność – die aber allenfalls von den Behörden toleriert, nicht aber legitimiert waren. Dementsprechend ist auch heute noch der gesamte Sektor ein neues Phänomen.  

Im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum tut sich Polen noch schwer, Formen des bürgerlichen Engagements zu entwickeln, die über den reinen Protest hinausgehen. Erklärbar wird das durch die Geschichte: Fast 200 Jahre, mit einer kurzen Unterbrechung zwischen den beiden Weltkriegen, konnten die Menschen nicht in Freiheit leben. 123 Jahre lang existierte der polnische Staat noch nicht einmal auf dem Papier. Dennoch ist der Nationalgedanke in zahlreichen Untergrundbewegungen und mit Unterstützung der Kirche immer aktiv geblieben. Die Identifikation mit „dem Staat“ jedoch konnte dadurch nicht stattfinden. Das hat Folgen bis heute. Viele Polen identifizieren sich noch immer nicht mit dem Staatswesen und auch nicht mit bürgerlichem Engagement. Für sie steht die Familie an erster Stelle. Für NPOs ist es daher eine große Herausforderung, Unterstützerpotenziale zu generieren, die über die reine Spendenzahlung hinausgehen. Freiwilliges Engagement für ein bestimmtes Ziel muss daher erst noch geübt und das Misstragegen diese Form des Engagements überwunden werden. Einen großen Beitrag zur Entwicklung einer Zivilgesellschaft leisteten nach 1989 Stiftungen wie die amerikanische Fundacja Batorego oder die deutsche Friedrich-Ebert-Stiftung.
 
Fundraising noch Fremdwort
 
In Polen kann jeder Steuerzahler ein Prozent von seiner Steuerschuld gemeinnützigen Zwecken zukommen lassen. In seiner Steuererklärung trägt er die entsprechende Organisation ein. In den Genuss dieser Regelung kommen aber nur NPOs, die sich vorher beim Wirtschaftsministerium in Warschau registrieren haben lassen. Mit der Registrierung sind verschiedene Auflagen 
verbunden, so zum Beispiel die regelmäßige Veröffentlichung der Diese können von jedem Interessierten im Internet auf der Seite.des Ministeriums eingesehen werden.
 
Im Jahr 2009 waren 6 038 Organisationen empfangsberechtigt. 380 Millionen Zloty, das sind circa 95 Millionen Euro, kamen zusammen. Das meiste Geld, etwa 62 Millionen Zloty, erhielt die Stiftung Zdążyć z Pomocą. Der Nachteil: Nur die Organisationen, die über einen genügend großen Werbeetat verfügen, erhalten auch entsprechend hohe Summen. Nach Schätzungen sind dazu derzeit lediglich zehn Prozent aller Organisationen in der Lage. Nur 50 Organisationen kommen auf Einnahmen über eine Million Zloty, also 250 000 Euro, der Rest muss sich mit weitaus geringeren Summen begnügen. 
 
„Das Thema Fundraising ist in der breiten Gesellschaft noch nicht ngekommen. Heutzutage weiß erst ein Prozent der Bevölkerung etwas mit dem Begriff anzufangen. Das muss sich ändern“, gibt sich Paweł Bronikowski, Direktor des polnischen Fundraisingverbandes „Polskiego Stowarzyszenia Fundraisingu“ (PSF), kämpferisch. Der Verband ist erst vier Jahre alt und hat bereits 180 Mitglieder. Kritisch schätzt Bronikowski ein: „Das polnische Fundraising steht noch am Anfang. Es hat Energie und einen starken Willen, lebt aber häufig noch von Einzelaktionen. Spendenbriefe, Telefonfundraising oder Online-Fundraising: Das sind alles Instrumente, die erst noch etabliert werden müssen. Unsere Herausforderung ist es auch, täglich an der Weiterentwicklung der Beziehung zu unseren Spendern und Geschäftspartnern zu arbeiten und dabei strategisch vorzugehen.“ 61 Prozent der Non-Profit-Organisationen erklärten in einer Umfrage, dass ihr größtes Problem der Erwerb von Geldern für ihre Tätigkeit ist. Viele versuchen daher EU-Mittel zu erhalten.
 
Direct Mail kaum verbreitet
 
Der Einsatz von Direct Mails für die Spendenwerbung ist in Polen noch nicht weit verbreitet. Es gibt nur einige größere Organisationen, deren Datenbanken mehr als 100 000 Spender umfassen. Dazu gehören SOS Wioski Dziecięce, Fundacja „Dr Clown” oder Fundacja Maciuś. Ein Grund ist auch der polnische Postmarkt, der noch nicht dereguliert ist. Darauf warten die polnischen Fundraiser dringend, die Deutsche Post als Partner wäre hoch willkommen. Bislang ist es alleine die Firma SAZ, die sich als Pionier auf diesem Feld bewegt. Die professionelle Ausbildung der Fundraiser ist ein Schwerpunkt des PSF. 2010 konnte er, dank Zuschüssen des Europäischen Sozialfonds (ESF), eine Ausbildungsreihe auflegen. Allein in diesem Jahr werden 60 Personen das Europäische Fundraisingzertifikat erhalten.
 
Polen hat eine der jüngsten Bevölkerungen in Europa. Auch die junge polnische Fundraisingszene gewinnt an Dynamik. Sie ist hoch motiviert und kreativ. Das ist auch an den Projekten zu spüren: Das Hampelmännchen Pajacyk, eine kleine hölzerne Figur, ist mittlerweile in Polen sehr bekannt. Wenn der Internet- Nutzer auf der Seite www.pajacyk.pl einmal auf den Bauch des virtuellen Hampelmanns klickt, dann ermöglicht er damit ein warmes Mittagessen im Wert von 2,50 Zloty für ein Schulkind – finanziert von Firmen, deren Logo auf einem Laufband auf der Seite eingeblendet ist. Mit dieser Aktion werden derzeit 3 522 Kinder in ganz Polen versorgt. Ergänzend zum Klick im Internet finden Auktionen statt, auf denen Holzpuppen versteigert werden, deren Kleidung von bekannten Modeschöpfern Polens gestaltet werden. Auch die „alte“ Solidarnosc hat das Fundraising für sich entdeckt. Gemeinsam mit Medienpartnern initiierte sie eine Postkartenaktion zur Frage „Was bedeutet dir das Wort Solidarität?“. Um möglichst viele Antworten zu erhalten, kann der Teilnehmer ein Treffen mit Lech Walesa, dem Friedensnobelpreisträger und ehemaligen Anführer der Solidarnosc, gewinnen. Gleichzeitig geht ein Zloty an die Organisation Polska Akcja Humanitarna, die damit ein Ausbildungsprojekt finanziert.
 
Auch wenn knappe Finanzbudgets, zu wenig ausgebildete Fundraiser und ein noch mangelndes Bewusstsein in der Bevölkerung und bei den Vorständen hemmend wirken: Die polnische Tugend, mit begrenzten Möglichkeiten große Dinge zu tun, lässt für die Zukunft auf eine positive Entwicklung schließen.

 Michael Türk

Zmieniony ( 12.10.2010. )
 
« poprzedni artykuł   następny artykuł »
Wydanie polskie: Copyright (C) 2005 Polskie Centrum Joomla! :: (C) 2012 Fundraising.org.pl
Joomla! jest wolnym oprogramowaniem udostępnianym na warunkach licencji GNU/GPL.